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Pinsel, Farben und ich selbst
Von Isabelle Zacher-Finet
Meine Pinsel sind Zauberdinger, sie machen meine Gefühle und Gedanken sichtbar, und vor allem darum geht es mir beim Malen. Ich hoffe, das wird auch in meinen Bildern in der aktuellen Ausgabe Nr. 45 von „Mein Kreativ-Atelier“ deutlich. Und wie Sie sehen, kann das ganz unterschiedlich ausfallen; auch der künstlerische Anspruch ist beileibe nicht immer der gleiche.

Mein schwarzer Hirsch auf dem blümchentapetenartigen Hintergrund, im Heft auf S. 61, soll nicht viel mehr sein als ein dekorativer Hingucker. Ich finde, dass die mächtige dunkle Silhouette fast etwas Märchenhaftes hat, während die Pop-Art-Collage dahinter etwas ironisch die Optik und Ornamentik der 70er Jahre zitiert. So haben wir also den Hirsch nicht im dunkle Tann, sondern im pastelligen Blütenwald, und so etwas macht hoffentlich auch Ihnen Spaß.

Auf ganz andere Weise plakativ, nämlich auf durchaus realistische Weise, ist die großformatige Nahaufnahme der im Saftglas schwappenden Zitrone. Auch hier habe ich ein Großformat gewählt, um den Hinguck-Faktor zu erhöhen. Gemalt habe ich das Bild ziemlich detailliert und dabei viel Sorgfalt auf die Einzelheiten verwandt. Vor allem die Bewegung im Wasser und die Spritzer kommen aus meiner Sicht recht spektakulär heraus.
Und wieder eine ganz andere Geschichte sind meine Collagen in der Mixed-Media-Technik, die ich in der Malschule in der aktuellen Ausgabe vorstelle. Hier findet im Bild so ziemlich alles statt, was mir einfällt, solange die Teile leicht genug sind, um sie aufkleben zu können. Vielleicht kann ich Ihnen damit Appetit darauf machen, mit unterschiedlichem Material und Objekten zu experimentieren; oft ergeben sich per gesteuertem Zufall hoch spannende Effekte. Ein wenig Grundwissen über den Aufbau von Collagen gehört allerdings auch dazu, damit Sie keine unliebsamen Überraschungen erleben.
Vielleicht wundern Sie sich, dass ich mit Pinsel und Farbe auf so vielen verschiedenen Wegen unterwegs bin. Natürlich liegt dabei die Vermutung nahe, dass ich meinen ureigenen Stil noch nicht gefunden und immer noch auf der Suche sei. Aber das ist insofern nicht richtig, als ich gerade diese Vielseitigkeit als meinen Stil betrachte, und ich glaube auch meine Stärke. Ich genieße einfach den Luxus, in keiner Schublade festzustecken, sondern mich als Malerin immer wieder neu zu erfinden.
Wichtig ist immer, dass mir das kreative Gestalten Freude macht, dass ich die Malerei und den Prozess des kreativen Schaffen als Kraftquelle empfinden kann. Allerdings stimmt es längst nicht mehr, was ich früher in Interviews betont hatte, dass ich nämlich ohne Farbe nicht leben könne. Zum einen kam im Frühjahr mein Sohn Piet zur Welt, und die Familie spielt in meinem Leben eine wunderbare und überragende Rolle. Außerdem haben in meinem künstlerischen Dasein mittlerweile auch die Illustration und die Fotografie einen festen Platz.
Wenn Sie übrigens Fragen zu meinen Bildern oder den Techniken haben, die ich darin angewandt habe: Schreiben Sie mir einfach einen Kommentar!
Herzlichst, Ihre
Isabelle Zacher-Finet
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